Autor: Mareile Mevihsen

  • Dra­chen und Ein­hör­ner

    Eine Schnee­flo­cke lässt sich bis ins kleins­te Mole­kül ana­ly­sie­ren und auf­schlüs­seln. Unse­re Welt besteht aus For­meln. Aber wie fühlt es sich an, inmit­ten eines Schnee­f­lo­­cken-Getüm­­mels zu ste­hen und zu sehen, wie die Welt sich ver­zau­bert? Men­schen sind bere­chen­bar. Jedes Com­pu­ter­sys­tem kann mich ana­ly­sie­ren. Mög­li­cher­wei­se weiß es mehr über mich als enge Freun­de. Der Algo­rith­mus lügt…

  • Was bleibt

    Was bleibt wenn wir gehen? Unse­re Face­book Posts über tol­le Urlau­be? Eine Kis­te vol­ler stau­bi­ger Erin­ne­run­gen? Was bleibt, wenn wir Men­schen ver­las­sen? Wut und Trau­er? Lie­ber hät­te ich es nicht erlebt? Was bleibt wenn jemand oder etwas stirbt? Ein Name gemei­ßelt in Stein? Ver­wit­ter­te Buch­sta­ben aus einer ande­ren Zeit? Was wäre, wenn du bleibst? Wenn…

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    Qua­ran­tä­ne-Weih­nacht

    Es war mein per­sön­li­cher Super-GAU: Am 14.12.2020 kam die Info, ein Kind aus der Kita wäre posi­tiv getes­tet. Der gan­ze Kin­der­gar­ten ging in Qua­ran­tä­ne, bis zum ein­schließ­lich 25.12., Weih­nach­ten war gestor­ben. Ich sel­ber hat­te hin­ge­ar­bei­tet auf die­se Weih­nachts­pau­se, steck­te noch mit­ten im Frie­dens­licht und dem Weih­nachts­pod­cast. Alles kam zum Erlie­gen. Wir waren auf uns gewor­fen…

  • Schlaf

    Du schläfst nicht. Wie­der mal. Manch­mal möch­te ich laut flu­chen über die­ses blö­de Schla­fen. Ich bin so müde. Immer. Ein­mal ein paar Stun­den ohne Unter­bre­chung. Nur eine Nacht ohne jeman­den, der etwas von mir will. Und je weni­ger Schlaf, des­to gereiz­ter sind wir alle am Tag, des­to unzu­frie­de­ner gehen wir am Abend ins Bett. Du…

  • Gut genug

    Vor drei Wochen habe ich ein neu­es beruf­li­ches Auf­ga­ben­feld über­nom­men. Und ste­cke noch im völ­li­gen Wust von Infor­­ma­­ti­ons-Über­­­for­­de­rung. In der weni­gen Zeit zwi­schen Auf­sau­gen und erschöpft ins Bett fal­len, klopft dann manch­mal ein altes Gefühl an und sagt: „Da bin ich wie­der“. Es ist mir so ver­traut wie mein Vor­na­me und es heißt: Nicht gut…

  • Ich ken­ne dich

    „Ich ken­ne dich.“ Nicht viel mehr Wor­te beinhal­tet dei­ne Nach­richt an mich. Und ich muss dar­an den­ken, wie oft Men­schen die­sen Satz wohl benut­zen. Oft­mals mit Häme im Sin­ne von „Ich ken­ne dich, Freund­chen“. Sel­ten beinhal­tet er Gutes. Dein Satz hin­ge­gen ist anders. Dein „Ich ken­ne dich“ sagt: Ich weiß um dich. Ich ken­ne dein…

  • Mat­thi­as

    Ein Unfall, Auto kaputt, über­lebt. Mein Schock kommt erst danach. Als ich längst weiß, es geht dir gut, du lebst. Unver­sehrt durch ein Wun­der. Aber mein Herz bleibt ste­hen für einen Moment danach, als du fast nicht mehr da gewe­sen wärest. Denn dass du nicht mehr bist, das ist nicht vor­stell­bar. Du sollst doch eines Tages…