Autor: Jonas Zechner

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    Tür­elü­re-Liß­je — zeh­rend demo­kra­tisch

    Hin­weis: Die­ser Text ist im Rah­men der Dis­kus­si­on um den Rück­bau des “Tür­e­lü­­re-Liß­­je-Brun­­nens” in Aachen ent­stan­den. Es emp­fiehlt sich den Text “Fearless Girl” vor­her zu lesen. Ich schlie­ße mein Fahr­rad vor der Nadel­fa­brik an.Kurz vor 17:00 Uhr.Ein­mal tief durch­at­men. Im Saal sind die meis­ten Par­tei­ver­tre­tun­gen bereits da.Fast alle Stüh­le für Zuhö­ren­de besetzt.Eini­ge ste­hen an den…

  • Hori­zont und…

    Seit ich den­ken kann, ist das Meer mein Sehn­suchts­ort. Ich erin­ne­re mich an unbe­schwer­te Som­mer­ta­ge am Atlan­tik – das Rau­schen der Wel­len, das Sam­meln von Muscheln, ein leich­tes, gutes Leben. Auch mein Namens­ge­ber Jona — ein eigen­sin­ni­ger Kopf – ist untrenn­bar mit dem Meer ver­bun­den. Die­ser ande­re Jonas erhält von G:tt einen Job, den er ver­ab­scheut. Im…

  • Im Sys­tem Kir­che

    Es gibt Tage, die sind ein­fach uner­träg­lich. Die sind furcht­bar. Die hal­te ich nicht aus. Da will ich alles hin­wer­fen und ein­fach etwas ande­res tun, jemand ande­res sein. Am letz­ten Don­ners­tag* war so ein Tag. In Mün­chen wur­den von einer unab­hän­gi­gen Anwalts­kanz­lei die Ergeb­nis­se ihrer Nach­for­schun­gen zu Fäl­len von sexu­el­lem Miss­brauch inner­halb der katho­li­schen Kir­che…

  • Der Name der Rose. (2. Teil)

    Herbst 2021: Es hat begon­nen zu regen. Wir ste­hen in einem Halb­kreis im Kreuz­gang an der Apsis des Hil­des­hei­mer Doms. Vor uns steht Frau Q, unse­re Stadt­füh­re­rin. Mit ihren feu­er­ro­ten Haa­ren, kom­bi­niert mit bemer­kens­wert modi­scher Klei­dung, die einer aus­ge­bil­de­ten Tän­ze­rin wür­dig ist, hat sie uns mit einem strah­len­den Lächeln, direkt vor dem Dom­por­tal emp­fan­gen. „Las­sen…

  • Der Name der Rose (1. Teil)

    Früh­jahr 2014 In einer Grup­pe ste­hen sie dicht gedrängt zusam­men, fei­xen und ste­cken ihre Köp­fe zusam­men – jun­gen Men­schen, in der Chor­hal­le des Aache­ner Doms. Vor ihnen steht Herr M, ein net­ter älte­rer Mann, der irgend­wo zwi­schen freund­li­chem Groß­va­ter und arri­vier­tem Hoch­schul­leh­rer chan­giert. Der gol­de­ne Kas­ten mit Glas­hül­le, um den sich die Grup­pe ver­sam­melt, wird von ihnen…

  • Ich habe den Tod getrof­fen.

    Trig­ger­war­nung: Der nach­fol­gen­de Text beinhal­tet Angaben/Schilderungen u.a. zum The­ma Tod und zu sui­zi­da­lem Han­deln. Soll­ten Sie selbst Rede­be­darf haben, fin­den Sie unter­halb des Tex­tes Num­mern und Kon­takt­da­ten, an die Sie sich ger­ne wen­den kön­nen. Ich habe den Tod getrof­fen. Spät­herbst 2006. In mei­ner Hei­mat­re­gi­on stand ein gro­ßes kirch­li­ches Fest an. Ein bekann­ter Sozi­al­pries­ter, der sich…

  • Ihr seid ein Segen für mich!

    Ich den­ke an Dich, der Du als weib­lich gele­se­ne Per­son im Stu­di­um den Schritt gegan­gen bist, für alle sicht­bar Dein Mann-Sein zu zei­gen. Ich den­ke an Euch, die Ihr im Stu­di­um ein Paar wur­det und Euch aber nur unbe­ob­ach­tet in der Woh­nung Drit­ter tref­fen konn­tet. Ich den­ke an Dich, dem nicht hete­ro­se­xu­ell Mann, dem die…

  • Auch des­halb gibt es Raum­rau­schen.

    Da steht er nun. Ein jun­ger Minis­trant hin­ter einer Säu­le des voll­be­setz­ten Spey­rer Domes. Da sollst du jetzt gleich durch­ge­hen und dei­nen Dienst tun. Uff. Nie­mals! Auf­re­gung, Über­for­de­rung, Blo­cka­de und buch­stäb­li­che Läh­mung. Und dann setzt sich der lit­ur­gi­sche Zug in Bewe­gung. Viel­leicht gibt es noch einen klei­nen Stups der erfah­re­nen Lei­te­rin – dann geht es los. Und…