Zuhau­se

von Annika Burg

Zuhau­se

von Annika Burg

Zu Hau­se sein, das ist nicht schwer.
Zuhau­se füh­len dage­gen sehr.

Ich hat­te einen Traum
Von einem Raum,
Der sich Kir­che nennt.
An einem Ort, der mich kennt,
Der mich als Mensch so nimmt,
Wie ich bin.
Ein Ort, der sich nicht von mir fort­be­wegt,
Son­dern zu mir hin.

Ich träum­te davon, wie schön es wär’,
Sein zu dür­fen,
Jeg­li­che Ängs­te abzu­wer­fen,
Mir Raum zu neh­men,
Mich nicht zu schä­men,
Mal eben
- nicht die Erwar­tun­gen Ande­rer zu beden­ken,
Son­dern mir selbst das Leben zu schen­ken.

Ich träum­te davon, wie schön es wär’,
Gese­hen und geliebt zu wer­den,
Mich nicht mehr zu ver­ber­gen,
Auf­zu­sam­meln die Scher­ben,
Das Leben end­lich bunt zu fär­ben,
Ein­fach Ich zu sein -
Als die Per­son, die ich bin;
Als gelieb­tes Got­tes Kind.

Ich träum­te davon, wie schön es wär’,
Zu sehen, was ich sein könnt’,
Wenn mich nie­mand von Außen lenkt,
Wenn da jemand wär’,
Dey an mich glaubt
Und deren all­um­fas­sen­de Lie­be mir die Sin­ne raubt.

Und manch­mal mache ich mei­ne Augen auf,
Bin jedes Mal erneut erfüllt und habe Gän­se­haut,
Wenn ich wei­ter­ge­he und sehe,
Dass manch­mal ein klei­ner Schritt nach vorn’,
Eben­so sein kann enorm,
Wenn nur die rich­ti­gen Men­schen dar­an glau­ben,
Dass Ver­än­de­rung mög­lich erscheint.
So dass sich eines Tages auch Kir­chen erlau­ben,
Was Men­schen in ihrem Ich-sein ver­eint.
Und Kir­che für alle dann ein Raum
von Lie­be, Gebor­gen­heit und Sicher­heit meint.

Und manch­mal mache ich mei­ne Augen auf,
Füh­le mich hier ein klei­nes biss­chen Zuhaus’,
Erken­ne, was ich hab’ so ver­misst,
Wie unglaub­lich schön es ist,
Auf dem Weg gemein­sam eins
Und wie eine Fami­lie selbst­be­stimmt, unter­schied­lich und zusam­men zu sein.

Und Viel­leicht, -
Ja nur ganz viel­leicht heißt es dann:

Zuhau­se füh­len, das ist nicht schwer.
Zu Hau­se sein dage­gen manch­mal ein klei­nes biss­chen mehr.

Foto: Jan van der Wolf/pexels