Das Abend­mahl

von Lucia Traut

Das Abend­mahl

von Lucia Traut

Die­ser Som­mer­abend mit­ten in der Woche
Als die Freun­de da waren zum Essen
Und danach der Wein und die Gesprä­che schmeck­ten
in der klei­nen WG-Küche

Bis die Ster­ne durch das offe­ne Fens­ter schie­nen
Und der Nacht­wind die Stil­le der Stadt her­ein­blies
Und es zu spät wur­de um nach Hau­se zu gehen
Und das auch kei­ner mehr woll­te
Denn wir gehör­ten zusam­men wie nie­mals zuvor

Da war er da, der Satz:
Bleibt doch hier heu­te Nacht
Und wenn ihr des Wachens müde seid
Habe ich für jeden von euch einen Platz zum Schla­fen

Als die Bet­ten berei­tet waren
Schlief ich ein mit den Stim­men der Freun­de im Ohr
Und fühl­te mich gebor­gen

Am nächs­ten Mor­gen
Mach­ten wir uns schwei­gend gemein­sam auf den Weg zur Arbeit
Mit müden Glie­dern und vol­len Her­zen
Ver­wan­delt, gewan­delt

Der Nach­hall des Abends
lag wie ein Zau­ber auf den Stra­ßen

Foto: Yaros­la­va Borz/pexels