Worüber wir sprechen

Wenn ich an meinen Servern Einstellungen vornehme, nutzen wir dafür meistens sogenannte Variablen. Das kann zum Beispiel dann hilfreich sein, wenn eine Datei an einem Ort liegt, der ziemlich lang ist. Unter Windows könnte das so aussehen: C:\Benutzer\Christian\Dokumente\NocheinOrdner\MeineDatei – um das kürzer zu machen kann man MD = C:\Benutzer\Christian\Dokumente\NocheinOrdner\MeineDatei setzen. Jetzt kann ich in Programmen immer MD schreiben, der Computer weiß, was gemeint ist und ich spare mir viel Tipperei. Es gibt verschiedene Typen von Variablen, entweder ich belege sie mit einem individuellen Wert wie in dem (nicht 100% korrekten) Beispiel, oder ich aktiviere nur eine bestimmte Funktion in einem Programm, das geschieht dann meistens mit Funktion = true bzw. 1 oder false bzw. 0.

Und eigentlich ist es genau das, was wir Christen in unserem Glauben machen: Wir setzen Gott = true und Jesus Christus als Gottes Sohn = true. Und daraus kann ich eigentlich alles andere entwickeln. (Die Theologen sagen eher “entfalten”, dann entstehen Sätze wie: “Die Israeliten konnten den Namen Gottes über Jahrhunderte hinweg weiter entfalten.”)

Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass in den Gesprächen mit Nichtchristen, die unterschiedliche Variablensetzung das unterste Problem ist. Ich muss meinem Gesprächspartner diesen Unterschied deutlich machen und kann daraus dann zeigen, warum manche Dinge für mich einfach gesetzt sind. Es kann natürlich schwer werden, meinem Gesprächspartner meine Belegung der Variablen plausibel zu machen. Wenn ich diese Variablen als katholischer Christ übernehme und meinem Gegenüber deutlich mache, kann es natürlich passieren, dass ich manche Diskussion im Keim ersticke, weil die katholische Kirche sich im Besitz einer Wahrheit sieht, und eine offene Diskussion nicht mehr möglich ist. Ich kann mir vorstellen, dass mich das ermüden würde, wenn ich auf der anderen Seite stehe.

Dennoch gibt mir dieses Setzen der Variablen die Möglichkeit auf kürzeren Wegen Argumentationsketten zu entwickeln, und mit meinem Gesprächspartner schneller auf die Punkte zu kommen, wo die Differenzen herkommen.

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