Übergriffig?

Ich hatte einige Kleinteile in China bestellt und fand mich nun beim Zoll ein, um das Päckchen abzuholen. Da es sich um Elektronik handelte, ging es nicht nur um die Einfuhrsteuer, sondern auch um Dinge wie das CE-Zeichen. Der Zollbeamte gab mir das Päckchen und sagte: „Sie können dann schon mal reingucken, ob alles richtig ist. Wir schauen dann anschließend, ob Sie die Sachen überhaupt haben dürfen.“

Ich wusste ja vorher, dass es auch darum gehen würde, aber trotzdem hatte ich im ersten Augenblick so Worte im Kopf wie: „Bitte was? Ich bin doch volljährig, weiß was ich tue…“.Was man halt so sagen würde.

Natürlich ist mir bewusst, dass der Staat in unser aller Leben eingreift und Regeln zum Schutz aller aufstellt und deren Einhaltung überprüft. Zum Beispiel umunsere Gesundheit zu schützen. Das erste Beispiel sind da natürlich die Grenzwerte für Autoabgase, deren Einhaltung strengstens überwacht werden, damit Umwelt und Bürger gesund bleiben. (Aber ich weiche von meinem Thema ab…)

Meine Gedanken oben waren – im Nachhinein gesehen – natürlich genau wie die eines Kindes, das seine Süßigkeiten nicht bekommt. Auf dem Weg nach Hause wurde mir aber klar, dass diese von mir empfundene „Übergriffigkeit“ des Staates dem Bild entspricht, das bei vielen Menschen im Gespräch als Gottesbild auftaucht. Da sind dann die 10 Gebote in den Köpfen: „Du sollst, Du sollst nicht, …“. Auch wenn mir dieses Gottesbild fremd ist, konnte ich zum ersten Mal das entsprechende Gefühl wahrnehmen und verstehe jetzt vielleicht besser, warum das so verdammt unangenehm ist.

Die Gadgets durfte ich übrigens mitnehmen.

Foto: Samuel Zeller/unsplash.com

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