Öffentlich scheitern?

Als die Frage aufkam, ob ich hier wirklich mitmachen will, kam auch die Frage, was denn passiert, wenn ich den Weg zum ständigen Diakon nicht bis zum Ende gehe(n kann). Aber eigentlich ist diese Frage schnell zu beantworten: Im Sommer haben meine Mitbewerber und ich mit Beendigung des Probejahres die Beauftragung zum Akolythen und Lektoren* bekommen. Damit ist unser Plan schon öffentlich und hier kommt einfach nochmal ein bisschen mehr Öffentlichkeit hinzu. Und so abgenutzt es klingt: Ehrlich währt am längsten.

Mit meiner Frau musste ich immer mal wieder die unangenehme Entscheidung treffen, ein Tier einschläfern zu lassen. Manchmal waren diese Entscheidungen einfach im Sinne von eindeutig. Und wenn nicht, haben wir das auch immer genauso verbloggt, und sind damit immer gut gefahren. Wenn ich vom ersten Informationstermin bis heute rechne, sind 27 Monate vergangen und noch 35 Monate vor mir. Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, dass ich nicht bis zum Ende komme. Aber mir fiele kein Grund ein, der nicht ehrlich gesagt werden dürfte.

Wollen wir es mal durchgehen?

  • Es klappt zeitlich einfach nicht mehr: Das wäre schade, aber das kann halt passieren und viele Ursachen haben: Berufliche Veränderungen, private Veränderungen, steigende Belastung durch mehr Praxis in der Praktikumsgemeinde, …
  • Ich schaffe eine Prüfung endgültig nicht: Das fände ich nun wirklich doof, aber das ist nicht auszuschließen. (Und wenn das Durchfallen in diesem Studium von vornherein ausgeschlossen wäre, müsste man sich doch auch Gedanken über die Qualität machen.)
  • Dieses “Drängen”, das ich Berufung nenne, trägt mich nicht über die nächsten drei Jahre: Dann hätte ich zwar viel Zeit investiert, aber die Enttäuschung würde sich wohl in Grenzen halten. Ich hätte mich ja in mir selbst getäuscht.

Und so wie ich nicht verpflichtet bin, diesen Weg bis zum Ende zu gehen, ist ja auch die Kirche nicht verpflichtet, mich bis zum Ende gehen zu lassen.  Das mag vielleicht hart klingen, aber ich bin überzeugt, dass dies nur fair ist.

Für die “harten Fakten” möchte ich einfach auf einige wichtige Links verweisen:
https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndiger_Diakonat
http://pastoralpersonal.de/pastorale-berufe/diakon/ausbildung-diakon
http://institutionen.erzbistum-koeln.de/diakoneninstitut/

* Akolythen sind Kommunionhelfer, Lektoren übernehmen die Aufgabe, die Lesungen im Gottesdienst vorzutragen.

Foto: Štefan Štefančík

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